Für alle Unentschlossenen: Kleine Einblicke in die Vorträge bei „Organe schützen – Informationen nützen“ 2017

Die Anmeldungen sind da, wir kennen nun unsere vielen Besucher. Jedoch wissen manche der Besucher noch nicht genau, welche der Vorträge sie lieber sehen wollen. Deswegen im Anschluß als Hilfestellung kurze Erläuterungen zu den Vorträgen im Einzelnen.

Saal 1
14:30 UhrHauterkrankungen und Vorsorgemaßnahmen nach Organtransplantation
Univ.-Prof.in Dr.in Alexandra Geusau

Bei immunsupprimierten Patienten wird das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) unterdrückt, damit das transplantierte Organ vom eigenen Körper nicht abgestoßen wird. Damit steigt aber auch das Risiko an Krebs wie beispielsweise Hautkrebs zu erkranken. Welche Vorsorgemaßnahmen Sie treffen können, erklärt dieser Vortrag.
Da diese Medikamente auch die Abwehr von Infektionen schwächen, sind die damit behandelten Transplantatempfänger besonders anfällig für bakterielle, virale (CMV, HSV, HHV 6) und fungale (Aspergillen, Candida) Erkrankungen.
15:00 UhrHyponatriämie: zu wenig Salz im Körper?
Prim. Prof. Dr. Marcus Säemann

Hyponatriämie, eine Elektrolytstörung bezeichnet eine zu niedrige Natriumkonzentration im Blutserum, was vor allem bei Nierenfunktionsstörungen sehr wichtig zu erkennen und behandeln ist.
15:45 UhrSparen ist gut! Wirklich gut?
Univ. Prof. Dr. Florian Thalhammer

Hinter dem eher kryptischen Titel des Vortrags des bekannten Immunologen steckt ein Vortrag um und über den Einsatz von Antibiotika, wie eine Änderung in der Verwendung, vor allem geringere Dosierung, neben finanziellem Einsparungspotential andere positive oder negative Effekte auf die PatientInnen, das medizinische Personal oder das Geundheitssystem im Allgemeinen hat.
16:15 UhrImmuntoleranz – nah oder fern?
Univ. Prof. Dr. Thomas Wekerle

Ein möglicherweise erfolgversprechender Weg zur Verminderung bzw. zum völligen Ausschluss einer immunologisch bedingten Abstoßungsreaktion nach einer Organtransplantation könnte die begleitende Verpflanzung von körperfremden Stammzellen sein. Wie im Fachblatt New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlichte Studien zeigen, könne man dem Empfänger neben dem neuen Organ auch blutbildende Stammzellen übertragen, aus denen dann Immunzellen entstehen, welche diese Abstoßung verhinderten.
Eine weitere Option, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern, ist der Transfer bestimmter weißer Blutkörperchen vom Spender zum Empfänger. Dies wurde bereits am Menschen erfolgreich getestet. Die Zellen werden im Labor so verändert, dass sie beim Empfänger Immunzellen abtöten, welche die Abstoßungsreaktion vorantreiben und andere Populationen fördern, die regulatorische Wirkung auf das Immunsystem haben.[9]
Um die nachteilige Abstoßung des gespendeten Organs zu vermeiden, wird daran geforscht, das von Zellen des Spenders befreite Kollagengerüst des zu transplantierten Organs mit den Zellen des Empfängers vor Implantation zu besiedeln. Stammzellen alleine können zum wildwuchernden Wachstum neigen. Es wird auch der Ansatz verfolgt, Kollagengerüste aus dem 3D-Drucker zu besiedeln. Ein derartiges Organ würde, bezogen auf die Abstoßung, einer Eigenspende gleich kommen.
Saal 2
14:30 UhrMolekulare Diagnostik in der Transplantation: Ready for PrimeTime!?
Dr. Farsad-Alexander Eskandary

Molekulare Diagnostik ermöglicht eine frühe und genaue Diagnostik und somit ist auch eine modernere, gezieltere und individuellere therapeutische Behandlung des Patienten möglich. Dies ist vor allem auch bei immunsupprimierten Patienten sehr wichtig für z.B. eine Früherkennung von Tumoren.
15:00 UhrAdhärenz - oder doch der brave Patient?!
Mag.a Katharina Ebenberger

Adhärenz – früher Compliance bezeichnet ob und wie sehr sich ein Patient an die korrekte Medikamenten-Einnahme, die vorgegebene Diät und vereinbarte Veränderungen des eigenen Lebensstils hält. Gute Adhärenz ist vor allem bei immunsupprimierten Patienten und chronisch Kranken in der Langzeittherapie wichtig
15:45 UhrWiderspruchslösung in der Praxis
Prim. Univ. Prof. Dr. Udo Illievich

Gemäß der österreichischen Rechtslage dürfen Organe oder Organteile nach dem Tod entnommen werden, sofern der oder die Verstorbene nicht zu Lebzeiten einer solchen Entnahme widersprochen hat. Eine Möglichkeit diesen Widerspruch zu deponieren besteht in der Eintragung im österreichischen Widerspruchsregister.
16:15 UhrWarum Lebendspende?
Prof. Dr. Robert Langer

Was sind die Vorteile der Lebendspende gegenüber Leichenspende? Wie funktionieren neuere Methoden wie AB0 inkompatible Transplantationen, die verschiedenen Versionen von cross-over donation?
Auf Seite 14 unserer Mitgliederzeitung werden medizinische Fachbegriffe wie AB0-inkompatible Nieren-Lebendspende und Cross-over-Transplantationen erklärt. Nachzulesen unter http://de.calameo.com/read/00444065024c4a1adef03
Saal 3
14:30 Uhr#spoonie – Wie erkläre ich meine täglichen Einschränkungen als Patientin?
Ursula Charwat

Die Entdeckung, dass ich ein „spoonie“ bin, hat mir geholfen besser zu verstehen, wo überall in meinem Leben ich durch die Krankheit immer wieder ausgebremst bzw. beeinflusst werde.
Die „spoon-theory“ (Löffeltheorie) erklärt bildhaft die täglichen physischen und psychischen Einschränkungen von chronisch kranken Patienten. Ein Vortrag mit Aha-Effekt auch für Angehörige von Patienten.
Mehr Infos hier
15:00 UhrSeelische Wohlbefinden kreativ wieder finden
Ursula Charwat

Psychohygiene ist wichtig um innerlich klar, gestärkt und stabiler zu werden, und um in weiterer Folge überhaupt wieder in eine Handlungsfähigkeit zu kommen. Wie kreatives Tun in Krisen und chaotischen Zeiten helfen kann, zeigt dieser Vortrag aus persönlicher Sicht einer selbst betroffenen Patientin.
Mehr Infos unter: http://www.selbsthilfe-niere.at/charwat-ursula-2/

Adhärenz – früher Compliance bezeichnet ob und wie sehr sich ein Patient an die korrekte Medikamenten-Einnahme, die vorgegebene Diät und vereinbarte Veränderungen des eigenen Lebensstils hält. Gute Adhärenz ist vor allem bei immunsupprimierten Patienten und chronisch Kranken in der Langzeittherapie wichtig
15:45 UhrAusgewogene Ernährung als Schlüssel zu Gesundheit und Wohlbefinden
Mag.a Monika Masik-Lebeda

Gesunde Ernährung ist die Grundvoraussetzung für körperliches und seelisches Wohlbefinden sowie für die Leistungsfähigkeit unseres Organismus. Aus Sicht einer Expertin und selbstbetroffenen Patientin berichtet die Vortragende.
16:15 UhrMit fremder Lunge auf den Kilimandscharo
Alois Rossmann, Helmut Steigersdorfer und Univ.Prof. Dr. Walter Klepetko

Acht Lungentransplantierte bestiegen gemeinsam mit Ärzten den höchsten Berg Afrikas und zeigten, welche Lebensqualität und Leistungsfähigkeit durch eine Transplantation erreicht werden kann. Wie dieses Abenteuer organisiert wurde und ablief berichten die Beteiligten in diesem Vortrag.
Hauptblock Saal 1
17:30 UhrEthik der Organspende
O. Univ.-Prof. Dr. DDr. h.c. Ulrich Körtner

Ethik ist die Lehre bzw. Theorie vom Handeln gemäß der Unterscheidung von gut und böse. Gegenstand der Ethik ist die Moral. Vor allem in Bezug auf Gentechnik und Organtransplantation müssen ethische Prinzipien zu beachten und werden wir diskutieren.
17:50 UhrWird es Xenotransplantation bald geben?
Univ.-Prof. Dr. Rainer Oberbauer

Xenotransplantation ist die Transplantation von Organen oder Zellen oder Körperteilen zwischen verschiedenen Spezies wie z.B. Mensch und Tier. Beispielsweise Herzklappen
von Schweinen werden bereits verwendet.
Der Vortrag erörtert die Mythologie früherer Völker, in denen Tiersymbole oftmals die Bedeutung der jeweilig den Tieren zugeschriebenen Eigenschaften zeigen oder bewirken sollte. Weiters führt Prof. Oberbauer auch hier die Ethik ins Treffen, was es bedeutet oder welche moralischen Bedenken oder rechtlichen Schwierigkeiten eine „Züchtung“ von Tierorganen oder eine eventuelle Transplantation mit sich bringen. Natürlich geht es in weiterer Folge auch um die Umsetzbarkeit und den augenblicklichen Stand in diesem Bereich.
18:10 UhrDie neue Welt in der Transplantation: Ein Überblick und Ausblick
Prof. Dr. Gerald Brandacher

Auf einen Ausflug in die etwas andere Art der Transplantation, als die, womit Betroffene im allgemeinen hier zu tun haben, wird uns Prof. Brandacher mitnehmen.
Gemeinsam mit seinem Team am Johns Hopkins Medical in Baltimore, USA, werden die Grenzen des machbaren immer weiter vorangetrieben.
Waren vor 30-40 Jahren Organtransplantationen spektakulär und gleichzeitig riskant gewesen und waren mit einer hohen Sterberate und steckten mit geringer Chance auf ein Langzeitüberleben noch in den Kinderschuhen, so beschäftigt sich Prof. Brandacher mit den Grenzbereichen, in die es heutzutage als Transplantationschirurg vorzustoßen gilt.
Die Transplantation von Händen, Armen, Kiefer-, Zungen oder gar Gesichtsoperationen bis hin zu Penisverpflanzungen sind heutzutage auch schon möglich und mit der richtigen Immunsuppressiven Therapie ist mittlerweile neben dem teilweisen wiedererlangen von Fähigkeiten oder Bewegungen vor allem eine Verbesserung der Lebensqualität ein Ziel der heutigen Forschung.
Tissue Engineering (engl. Gewebezüchtung, siehe auch Kiddy´s Nachrichten http://de.calameo.com/read/00444065024c4a1adef03) ist eine vielversprechende Option für die Zukunft.
18:45 UhrPodiumsdiskussion mit Fragen aus dem Auditorium
Mag.a Katharina Ebenberger
Prim. Univ.-Prof. Dr. Rainer Oberbauer
Prof. Dr. Gerald Brandacher

Moderation: Dr.in Christine Reiler

Änderungen vorbehalten.

Also Lieblingsvorträge aussuchen und ab zur Veranstaltung! Hier der Link zur Anreise…

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